bg-image

Gutachterportrait - Werner Lehmann

Werner Lehmann arbeitet als Gutachter beim Heimverzeichnis, weil er sich für Lebensqualität in Senioreneinrichtungen einsetzen möchte. „Ich bin im Internet auf den Grünen Haken aufmerksam geworden und habe mich auf dessen Gesuch hin als Gutachter beworben. Mittlerweile bin ich bereits seit zwei Jahren aktiv im Einsatz.“ Als Vorsitzender des Seniorenbeirats Mindelheim wollte er eine weitere ebenso sinnvolle und ehrenamtliche Tätigkeit ausführen. „Als ich meine Mutter vor Jahren in eine Pflegeeinrichtung geben musste, machte ich die Erfahrung, dass die Wahrung der Menschenwürde und der Lebensqualität im Alter wichtig ist, und dass in allen Heimen möglichst gute Bedingungen für die Bewohnerinnen und Bewohner herrschen sollen. Ich freue mich, dass ich nun etwas selbst dazu beitragen kann.“

Zu Berufszeiten arbeitete Werner Lehmann zuletzt als Teamleiter in der Qualitätssicherung für die Deutsche Rentenversicherung. Als er selbst in Rente ging, suchte der gebürtige Memminger ehrenamtliche Tätigkeiten, um Anschluss zu finden und sinnstiftende Aufgaben zu übernehmen. „Besonders prägend war die Schulung zur Förderung regionaler Initiativen im Freistaat Bayern. Hierbei wurden ältere Menschen angeleitet, Initiativen zu kreieren und Projekte zu stemmen. Als Hausaufgabe musste jeder ein Projekt in die Wege leiten. In diesem Zuge habe ich den Seniorenbeirat Mindelheim gegründet.“ Inzwischen ist der Seniorenbeirat ein stetiger Mittler zwischen der älteren Bevölkerung von Mindelheim und der Stadtverwaltung. „Wir tragen die Wünsche der Mindelheimer Seniorinnen und Senioren an die Stadtverwaltung heran und organisieren Spiele-Nachmittage, Veranstaltungen und Ausflüge. Auch haben wir einen Vorsorgeleitpfaden entwickelt, der sehr erfolgreich ist und sogar von anderen Bundesländern übernommen wurde.“

 

Werner Lehmann setzt sich nicht nur für ältere Menschen ein, sondern auch für Behinderte und Geflüchtete. „Ich betreue einen Behinderten und bin Sprecher des Integrationskreises Mindelheim. Der Integrationskreis betreut Flüchtlinge und gibt Deutschunterricht. Einmal wäre fast ein Mädchen aus einer Flüchtlingsfamilie im städtischen Freibad ertrunken. Daraufhin haben wir spontan beschlossen, dass alle Kinder der hier ansässigen Flüchtlingsfamilien Schwimmunterricht erhalten. Die Organisation der Schwimmkurse und die Beförderung der Familien in Bussen waren eine Herausforderung, aber mein persönliches Anliegen, für das sich alle Mühe gelohnt hat.“

 

Gutes zu tun steht für Werner Lehmann auch bei seiner Tätigkeit als Gutachter im Vordergrund. „Es ist eine relativ aufwendige Tätigkeit, auf die man gut vorbereitet sein muss und die genauso viel Nachbereitung benötigt. Ich sehe mich jedoch nicht als Prüfer, wie früher bei der Rentenversicherung, sondern viel mehr als Berater. Wenn ich zum Beispiel dazu beitragen kann, dass die Zusammenarbeit zwischen der Bewohnervertretung der Einrichtung und der Einrichtungsleitung besser klappt und ein fruchtbares Miteinander entsteht, dann konnte durch die Begutachtung viel erreicht werden. Solch positive Resultate sind nicht nur wichtig für die Lebensqualität von Seniorinnen und Senioren in stationären Einrichtungen, sondern auch für mich persönlich sehr bereichernd.“

am 20. November 2022 veröffentlicht
HVZ-Redaktion

Weitere Artikel

Gemeinsam statt einsam – Gesellige Abendstunden im BeneVit Haus Epprechtstein
In vielen stationären Einrichtungen kehrt nach dem Abendessen schnell Ruhe ein – nicht so im BeneVit Haus Epprechtstein. Hier bleibt das Betreuungsangebot unter der Woche bis 21 Uhr bestehen, sodass das gemeinschaftliche Leben auch am Abend aktiv weitergeht. Die Wohnbereiche der BeneVit Häuser folgen dem Hausgemeinschaftskonzept, bei dem die Seniorinnen und Senioren aktiv in den Alltag eingebunden werden, etwa durch Mithilfe beim Kochen. Auch nach dem Abendessen stehen Betreuungskräfte zur Verfügung und bieten Aktivitäten an. „Die abendliche Betreuung ist in jedem BeneVit-Haus fester Bestandteil“, erklärt Sabine Schneider, Einrichtungsleiterin des Hauses Epprechtstein. „Jede Einrichtung gestaltet das Programm aber individuell, je nach den Interessen und Fähigkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner.“
AGAPLESION SOPHIENSTIFT: Junge Pflege mit Herz
Das AGAPLESION SOPHIENSTIFT in Worms bietet einen speziell konzipierten Wohnbereich für Menschen unter 60 Jahren, die aufgrund chronischer Erkrankungen, eines Schlaganfalls oder einer Tumorerkrankung pflegebedürftig geworden sind. Seit vier Jahren besteht dieser Bereich in seiner jetzigen Form und wird mit viel Engagement und Herzblut von Martina Westrich geleitet. Sie versteht die besonderen Bedürfnisse und Wünsche dieser Bewohnerinnen und Bewohner, die trotz ihrer Einschränkungen weiterhin aktiv am Leben teilhaben möchten. „Frau Westrich bringt durch ihre Ausbildung und ihre ausgeprägte Empathie viel Kompetenz mit“, betont Einrichtungsleiter Harald Oswald. Ziel der „Jungen Pflege“ ist es, den Bewohnerinnen und Bewohnern ein liebevolles Zuhause zu bieten, soziale Teilhabe zu ermöglichen und sie auch psychisch professionell zu unterstützen. Wenn es der Gesundheitszustand erlaubt, wird eine Rückkehr in die eigenen vier Wände angestrebt. Einige Bewohnerinnen und Bewohner bleiben jedoch über viele Jahre – manchmal sogar zehn bis zwanzig Jahre – in dieser besonderen Wohngemeinschaft.
Stiftung Saarbrücker Altenwohnstift - Wohnstift Reppersberg & Egon-Reinert-Haus: 10. Wiederholungsbegutachtung zum Grünen Haken für Lebensqualität im Alter
Das Wohnstift Reppersberg und das Egon-Reinert-Haus der Stiftung Saarbrücker Altenwohnstift absolvierten Anfang 2025 zum zehnten Mal in Folge erfolgreich die Wiederholungsbegutachtung zum Grünen Haken für Lebensqualität. „Wir lassen uns kontinuierlich prüfen, weil wir fest von der Intention und dem Gedanken des Grünen Hakens überzeugt sind“, erklärt Christoph Neumann, Leiter des Qualitätsmanagements. „Das Siegel hebt jene Aspekte hervor, die neben einer guten Pflege wirklich ausschlaggebend für die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner sind. Die Begutachtungen geben uns wertvolle Anregungen zur Weiterentwicklung unserer Strukturen und Angebote, weshalb wir den Austausch mit den Gutachterinnen und Gutachtern sehr schätzen.“